Liebe Mitglieder, liebe Freunde des Fördervereins NEUE UFER e.V.,
kurz vor Weihnachten können wir Ihnen nun doch noch eine frohe Botschaft bringen: am 15. Dezember um 10.30 Uhr soll die Baustelle für den Bauabschnitt 8 des Pleißemühlgrabens eröffnet werden, also der sogenannte 1. Spatenstich durch Bürgermeister Tschense vollzogen werden Zu dieser kleinen Zeremonie hinter dem Wohnblock Grassistraße 25 - 33 sind Sie alle herzlich eingeladen! Je nach Wetterlage wird es Glühwein geben. Die städtischen Haushalsmittel wurden endlich im September freigegeben, so dass die Bauarbeiten ausgeschrieben und danach vergeben werden konnten. Das hat nochmals zwei Monate gedauert, aber nun sind die Arbeiten vergeben und können begonnen werden. Zwar wird vor Weihnachten nicht mehr sehr viel gearbeitet, aber jedenfalls wird die Baustelle eingerichtet. Das muss sein, damit die Haushaltsmittel in das Jahr 2005 übertragen werden können. Wie es dann weiter gehen wird, darüber berichtet Rainer Schaffrath vom Amt für Umweltschutz in diesem Brief. Beim „1. Spatenstich" können auch Fragen zu Einzelheiten des weiteren Bauablaufs gestellt und fachkundig durch die Baufirma beantwortet werden. Über den Fortgang der Arbeiten an der Tiefgarage am Bundesverwaltungsgericht wird hier berichtet. Heinz-Jürgen Böhme schreibt über den Stand der Dinge bei Elstermühlgraben und „Kleine Funkenburg", die nach unserer Auffassung erhalten werden kann, obwohl die Jahnallee aus-gebaut und der Elstermühlgraben verlegt werden sollen. Nun hat sich in diesem Jahr doch noch einiges bewegt, und wir können erwartungsvoll ins Jahr 2005 blicken! Wir grüßen Sie herzlich und wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und viel Freude in einem friedlichen Neuen Jahr, trotz aller notwendigen Reformen und Sparzwänge! Niels Gormsen
Die kleine Funkenburg im Fadenkreuz der Planungen
Gegenwärtig laufen zwei Planfeststellungsverfahren, eines für die Jahnallee und ein weiteres für die Freilegung des Elstermühlgrabens vom Schreberbad bis zur Jakobstraße. Das sind im Kern erfreuliche Entwicklungsschritte, die jahrzehntelang bestehende Defizite abbauen sollen. Die Kleine Funkenburg, ein Baudenkmal von 1850 und ältestes Haus der Jahnallee, steht als „Störfaktor" im Fadenkreuz beider Planungen. Bedrängt einerseits von der durch eine unnötige Haltestelleninsel aufgeweiteten Straße und andererseits vom Elstermühlgraben, dessen Neuverlauf über das Grundstück hinweg geplant wurde. Fällt das Haus,so sind aus der Sicht der Verwaltung alle Probleme beseitigt. Hauseigentümer LWB, ohnehin interessiert, Immobilien abzustoßen und stadtkulturell unambitioniert, stellte Abrissantrag. Sieht man genauer hin, werden Fragen aufge-worfen, die der Preisgabe des Denkmals massiv entgegen-stehen und differenziertere Denkansätze verlangen. Die Freilegung des Elstermühlgrabens, vom Stadt-Kultur-Projekt bzw. vom Förderverein NEUE UFER seit über 15 Jahren aktiv gefordert, wird als moderne Anknüpfung an das 1878 verlorene Bild des Ranstädter Steinwegs die Ausstrahlung des Straßenabschnitts entscheidend bereichern. Allerdings genügt, selbst bei Abbruch der Funkenburg, die Breite an dieser Stelle nicht für einen völlig freien Fluss; es sind breite Kragstege nötig, um den straßenseitigen Fußweg überhaupt installieren zu können. Geht man vom Erhalt der Funkenburg aus, gibt es für den Fluss zwei Varianten. In der 1. wird er unterirdisch um das Haus herumgeschwenkt. Der Bauaufwand wäre freilich höher, selbst wenn ein Stück des Wölbkanals von 1878 genutzt wer-den könnte und die Stege entfielen. Für die Funkenburg ent-stünden keine zusätzlichen Kosten, sie bliebe unberührt. Durch die Erkennbarkeit des ehemaligen Standorts der Ranstädter Brücke wäre der Kontext zur baulichen Situation von 1813 und damit zum Brückensprengungsdenkmal nachvollziehbar. Variante 2 ist die Unterquerung der Funkenburg. Dass sie technisch möglich ist, steht außer Frage, das bestätigt auch die im Auftrag des Umweltamtes durch die Firma Ecosystem Saxonia durchgeführte Untersuchung. Die vom Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem auch Vorstandsmit- glieder des Fördervereins angehören, veranlasste Kosten- und Ertragswertberechnung belegt, dass das Haus bei ca. 1,25 Mio € Gesamtkosten sogar mit Gewinn zu erhalten ist. Investoren traten dennoch zurück, da sie nicht bereit waren, sich gegen städtische Planungsabsichten zu engagieren. Indes deutet sich eine vielleicht hilfreiche Konstellation an: der Landeswohlfahrtsverband Sachsen, der seinen Sitz im Nachbargebäude Thomasiusstraße 1 hat, zeigt Raumbedarf an und könnte Mieter werden. Dennoch kann es nicht angehen, die LWB so glatt aus ihrer Verantwortung als Denkmalseigner zu entlassen. Immerhin ist die Genehmigung des Abrissantrages fiktiv zustandegekommen. Mehrere Äußerungen des Landesamtes für Denkmalspflege hatten zuvor unmissverständlich signalisiert, dass ein derartiges Ansinnen keine Chance hätte. Nun bleiben die Prüfergebnisse des Regierungspräsidiums für die Planfeststellungsverfahren abzuwarten. Gerade hinsichtlich jüngster Verluste an signifikanten Baudenkmalen verknüpft sich damit die Hoffnung, dass endlich auf die Anerkennung unverzichtbarer Werte und auf einen behut-sameren Stadtumbau orientiert wird. Heinz-Jürgen Böhme
Zweiter „Schwimmender Garten"
Am Sonntag, den 5. September dieses Jahres konnte der zweite „Schwimmende Garten" in den Pleißemühlgraben in der Nähe der Kunsthalle der Sparkasse zu Wasser gelassen werden. Zur Einweihung eines zweiten Schwimmenden Gartens sollte eine Feier auf das Ereignis hinweisen und den neu enstehen- den Stadtraum würdigen und ins Bewusstsein rücken. Im Jahre 2001 wurde nach einer Idee von Herrn A. Boos mit den Floristen „Saltoflorale", Frau Steinhage und Herrn Hallebach ein „temporärer schwimmender Garten" erstmalig ge-zeigt. Das fand statt im Rahmen der durch Herrn M.Berninger (culturtraeger) ins Leben gerufenen jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen zum Thema „Temporäre Gärten". Nach der außergewöhnlich positiven Reaktion der Bevölkerung reifte im Förderverein NEUE UFER der Gedanke, daraus eine ständige Einrichtung zu machen. Dank großzügiger Unterstützung durch die Sparkasse Leipzig konnte schon im vorigen Jahr daraus Wirklichkeit werden und ein erster Garten „zu Wasser gelassen werden". Nun ist ein kleiner Bruder dazu gekommen, der vom Förderverein mit tatkräftiger Unterstützung durch das Amt für Umweltschutz realisiert werden konnte. Der Zeit-punkt wurde so gewählt, dass als Abschluss der diesjährigen Woche der „temporären Gärten" ein dauerhafter Garten begrüßt wird. Der konstruktive Entwurf kommt von Prof. Wachs, Planungsbüro ISWT. Die Ausführung lag in den bewährten Händen der Schlosserei von Herrn M. Köblitz aus Gößnitz. Frau B. Steinhage und K. Hallebach hatten die Bepflanzung sehr schön gestaltet und auch den vorhandenen ersten schwimmenden Garten frisch herausgeputzt. Herr Tschense und Herr Gormsen sprachen zur Begrüßung im Rahmen einer kleinen abendlichen Feierstunde. Als „Begrüßungskomitee" standen ihnen vier Skulpturen des Bildhauers J. Raiber aus Mölbis zur Seite. Frau U. Pilling sang sehr schöne und nach-denkliche Chansons zum Thema Wasser und die Künstler-gruppe um T. Fichtner und F. Raatz vereinte mit einer Lichtin-stallation das anwesende Publikum mit der Pleiße, den schwimmenden Gärten und den Gebäuden in der Nachbarschaft. Nun hoffen wir, dass der Winter gut überstanden wird und dass im Frühjahr dort wieder eine Entenfamilie ihr Domizil aufschlagen wird. Joachim Krauskopf
Spatenstich an der Paul-Gruner-Straße
Die Offenlegung des Pleißemühlgrabens im Bauabschnitt 8 zwischen Wundtstraße (ehemals Spießbrücke) und Paul-Gruner-Straße (ehemals Sidonienbrücke) mit einer Flusslauflänge von 137,5 m ist in die entscheidende Phase der Arbeiten zur Öffnung des Gewässers getreten. Das Offenlegungsprojekt wurde im Januar 2002 mit einem Wettbewerb begonnen, in dem Schüler, Studenten und Bürger zahlreiche Ideen einbrachten, am 01.06.2002 mit einer Preisverleihung abgeschlossen und durch ver- schiedene Bürgerforen- und -Befragungen qualifiziert. Die bekannten Siegerentwürfe wurden an das Planungsbüro ISWT übergeben, um in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Wandelt und dem Landschaftsarchitekturbüro Seelemann die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung ingenieurtechnisch umzusetzen. Die Finanzmittel wur-den am 27.09.2004 durch die Kämmerei der Stadt freigegeben. Durch das Amt für Umweltschutz konnte um-gehend das Vergabeverfahren über eine beschränkte Ausschreibung eingeleitet werden, welches nun am 03.12.2004 mit der Vergabe an das bauausführende Unternehmen „Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH" abgeschlossen wurde. Am 15.12.2004, 10:30 Uhr, wird auf der Baustelle der „Erste Spatenstich" durch den Bürgermeister und Beigeordneter Herrn Tschense feierlich vollzogen werden. Alle Mitglieder und Freunde des Fördervereins sind hierzu herzlich eingeladen. Die Offenlegung dieses Bauabschnittes erfolgt hier zum ersten Male nicht strikt im historischen, von Ufermauern begrenzten, Flussbett. Hier ist es möglich, mit 2 Ausbuchtungen das alte Flussgrundstück zu verlassen und damit den Fluss von ursprünglich 10 Metern auf bis zu 17 Metern aufzuweiten. Die Kinder aus dem Wohnumfeld können hier das Element Wasser mit Spielgeräten, welche direkten Bezug zum Wasser haben, erleben. Das für die gesamte Offenlegung des Pleiße-mühlgrabens angestrebte Ziel der Erlebbarkeit des offenen Gewässers findet mit einem parallel verlaufenden Fuß- und Radweg seine Fortsetzung. Liebe Mitglieder, nur durch die aktive Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der LWB Fonds-gesellschaft des Wohnkomplexes Grassistraße ist es möglich, diesen Bauabschnitt jetzt zu öffnen. Dafür herzlichen Dank. Nicht zu vergessen sind hierbei auch die aktiven Bürger und Anwohner, die sich bei der Gestaltung des Öffnungsbereiches stark engagiert haben. Auch ihnen gilt unserer Dank. Rainer Schaffrath
Naturnah gestalteter Fischpass
Mit der offiziellen Inbetriebnahme des neuen Luppewehres am Auslauf des Elsterbeckens Ende September 2004 wurde ein neuartiger, naturnah gestalteter, aufwendig ausgeführter Fischpass eingeweiht. Er verläuft auf der westlichen Seite des Wehres als ein S- förmig gewundener etwa 50 m langer Bach und ist in 21 getreppte Becken geteilt, die durch senkrecht lückig versetzte, einbetonierte Felsblöcke begrenzt werden. Der nicht fachkundige Betrachter macht sich nun Gedanken, was mit dem Treibgut geschieht, das sich schon vor dem Einlauf und in den Becken angesammelt hatte und in dem künstlichen Bach möglicherweise verstärkt festsetzen wird. Das heißt also, dass sich leider ein verhältnismäßig großer Unterhaltungsaufwand einstellen wird, der aber sicher der Mühe wert ist. Ein Spaziergang oder eine Radtour zu dieser beachtenswerten Anlage lohnt sich bestimmt !
Ausstellungen zum Thema WASSER IN LEIPZIG
Nach der überaus erfolgreichen Ausstellung im Sommer dieses Jahres im Foyer der Dresdner Bank mit etwa 1700 Besuchern wurde das Ausstellungsmaterial in den Promenaden des Hauptbahnhofes Leipzig sowie im Umweltinformationszentrum präsentiert. Auch in Zukunft sollen Teile dieser interessanten und lehrreichen Ausstellung der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Seit dem 25. November bis zum 11. Januar nächsten Jahres werden die Objekte im UFZ-Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle gezeigt. Wie schon im Foyer der Dresdner Bank sind auch hier u.a. Reproduktionen von Bildern und Fotos zum Thema Wasser, Schätztafeln, Modelle und vieles mehr zu sehen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wird auf der „Terra-Tec 2005 - Internationale Fachmesse für Umwelttechnik und Umweltdienstleistungen" vom 8.-11. März in Leipzig mit einem Messestand vertreten sein. Der Förderverein Neue Ufer präsentiert auch in diesem Zusammenhang Teile seiner o.g. Ausstellung. Die Leipziger Naturschutzwoche 2005 wird unter dem Thema „Fließgewässer" vom 3.-10. Mai stattfinden. Der Verein plant dazu Begehungen des Pleißemühlgrabens sowie Vorträge zur „Wasserstadt Leipzig", neben dem schon er-wähnten Austellungsmaterial, anzubieten. Katrin Antrag
ACHTUNG ! Neue Bankverbindung
Ab 01.12.2004 bitten wir die neue Bankverbindung zu beachten Konto-Nr. 11 008 18827 BLZ 860 555 92 bei der Sparkasse Leipzig
Bauarbeiten an neuer Tiefgarage gehen zügig voran
Das am Bundesverwaltungsgericht bis 2006 entstehende 3-geschossige unterirdische Parkhaus wird in dem Heft NEUE UFER 7 von Herrn H. Ulber ausführlich beschrieben. Am dort dargestellten Grundriss und Querschnitt kann man sich die Größe der Tiefgarage mit 310 Stellplätzen gut vorstellen. Der Investor, die Bilfinger + Berger Parking GmbH, drückt sehr aufs Tempo, nachdem im Mai d. J. die Stadt mit dem Unternehmen einen Erbbaurechtsvertrag abschließen konnte. Am 12.10.2004 wurde feierlich der symbolische Grundstein gelegt. Zu diesem Zeitpunkt war die Baugrube schon mit Spundwänden eingehaust, aber erst ca. 5 m tief. Jetzt ist die endgültige Tiefe von über 11 m erreicht, nachdem die untere, zweite Reihe der Erdanker für die Baugrubenaussteifung eingebracht ist. Die gewaltigen Kiesmassen sind fast vollständig aus der trockenen Baugrube geräumt; jetzt kann man die riesige Grube eindrucksvoll überblicken. Mit der voraussichtlichen Fertigstellung des Parkhauses im Jahr 2006 wird das Umfeld erheblich aufgewertet. Die begleitenden städtischen Baumaßnahmen umfassen u.a. den Neubau der Beethovenbrücke über den Pleißemühlgraben (Baubeginn im Februar 2005 geplant) , die Offenlegung des Pleißemühlgrabens parallel zum unterirdischen Parkhaus und die großzügige Gestaltung der Parkanlagen auf der Decke des genannten Bauwerks, sowie die Erneuerung und Veränderung aller angrenzenden Straßen und Wege. Wie schon in dem oben erwähnten Grundriss ersichtlich ist, wird die an der Riemannstraße über den Pleißemühlgraben verlaufende Fernheiztrasse nicht verlegt; eine Verlegung war vom Förderverein NEUE UFER aber vorgeschlagen worden. Obwohl der Eigentümer mit einer Verschiebung der Leitungen einverstanden ist, will sich die Stadt verschiedene Gestaltungsvarianten für die künftige Brücke offen halten. Damit wird leider wieder ein Abschnitt Pleißemühlgraben-Öffnung „verschenkt".