Liebe Mitglieder und liebe Freunde des Fördervereins NEUE UFER Leipzig e.V.
Auch in diesem Jahr sollen Sie noch einen Gruß vom Förderverein bekommen. Diesmal schreibe ich die Einleitung nicht mehr als Vorsitzender. Den Vorsitz hat seit der Mit-gliederversammlung am 26. Mai Heinz-Jürgen Böhme, bisher mein Stellvertreter. Er ist einer der ursprünglichen Initiatoren der Aktion "Pleiße ans Licht" und auch sonst vielfältig bürgerschaftlich aktiv. Ich wurde zum Ehrenvorsitzenden er-nannt und stehe dem Förderverein auch weiterhin beratend zur Verfügung.
Für den Pleißemühlgraben bleibt die Freilegung des Abschnitts zwischen Simson- und Lampestraße vorrangiges Ziel.
Wir informieren auch über den neuesten Stand am Dittrichring und hoffen sehr, dass die anstehende bauliche Sicherung der desolaten Flußabdeckung hier nicht dazu führt, dass die Öffnung aus den Augen verloren wird!
Doch zunächst geht es mit der Freilegung des Elstermühl-grabens weiter, die Arbeiten am 2. Bauabschnitt sind im Gang – hinsichtlich der Preisgabe der historischen Ufermauern leider nicht zu unserer Zufriedenheit. Deshalb hat sich der Verein in die weitere Planung direkt eingebracht, worüber berichtet wird.
Unser Blick geht aber auch über das Geschehen an den Mühlgräben hinaus. So an den Verbindungskanal, der den Floß-graben mit dem Cospudener See verbinden soll. Das Hindernis ist der Ziegeleiweg, weil dort eine Brücke fehlt. Die ist jetzt im Bau und soll ab Oktober 2009 zur Verfügung stehen.
Die Planungen rings um den Lindenauer Hafen sind weiter gelaufen. Auch darüber wird kurz berichtet.
Mit vielen guten Wünschen zum Weihnachtsfest und für 2009 grüßen wir Sie herzlich! Möge die Krise unsere Stadt nicht zu sehr treffen!
Niels Gormsen, Ehrenvorsitzender
Der letzte Öffnungsabschnitt im Musikviertel:
Die Zukunft des Pleißemühlgrabens zwischen Simson- und Lampestraße
Die Wiederherstellung dieses für Leipzig und Mitteldeutschland wohl einmaligen städtebaulichen Ensembles stellt für den Verein eines der wichtigsten Ziele der kommenden Jahre dar.
Die Visualisierung zeigt, wie sich der geöffnete Fluss in Mittellage zwischen den beiden Straßen nach der Neugestaltung des öffentlichen Raums, mit neu gepflanzter Allee, neuen Brücken und sanierten historischen Ufermauern präsentieren wird.
Der Standort dieser Fotomontage liegt ca. 50 m südlich der Mozartstraße mit Blick nach Süden. Die Brücke in der Mitte ist die neu zu errichtende Haydnbrücke. Im Hintergrund zeichnet sich der LWB-Wohnblock Grassistraße ab.
Die LMBV hat Wort gehalten
Die im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) durchgeführten Bauarbeiten zur Überbrückung des Verbindungskanals Waldsee Lauer/Floßgraben – eine wichtige Voraussetzung für den schiffbaren Gewässerverbund zum Cospudener See und später Zwenkauer See – haben begonnen. An Stelle des zur Zeit vorhandenen Doppelrohr-Durchlasses entsteht eine neue Überführung des Ziegeleiwegs in der Straßenverbindung zwischen Leipzig-Großzschocher und Markkleeberg.
Das neue Bauwerk wird eine Breite von 10,50 m und eine lichte Weite von 7,60 m aufweisen. Hierfür wurde Ende November 2008 eine provisorische Umfahrung südlich der vorhandenen Straße neben der Brückenbaustelle errichtet und am 11. Dezember unter Teilnahme prominenter Vertreter von Stadt und Land in Betrieb genommen. Wa
Qualitätsanspruch Elstermühlgraben
Im November und Dezember 2008 nahmen auf Einladung von Frau Kunath, Leiterin des Amts für Stadtgrün und Gewässer, neben Mitarbeitern des Planungsbüros Ecosystem Saxonia, Dresden, sowie je einem Vertreter der Denkmalbehörde, des Tiefbauamts und des Planungsamts auch Vorstandsmitglieder des Fördervereins NEUE UFER an vier Arbeitsrunden teil, in denen die Grundzüge der neuen Gestaltung des 3. Bauabschnitts des Elstermühlgrabens diskutiert wurden. Die Vertreter des Vereins bekräftigten dabei grundsätzlich die per Planfeststellungsbeschluß festgelegte Sanierung der vorhandenen denkmalgeschützten Natursteinmauern des Nordufers und plädierten insgesamt für eine differenzierte, gut erlebbare und stärker grünorientierte Ufergestaltung. Sie betonten, dass eine ausschließlich an ökonomischen Parametern ausgerichtete Planung, die bereits im Bereich der Roßbach-Villa, Friedrich-Ebert-Straße 77, im Bauabschnitt 2 zur Preisgabe der historischen Ufermauer und der darin eingelassenen Ufertreppe geführt hat, dem hohen baukulturellen Anspruch im Erhaltungssatzungsgebiet Waldstraßenviertel/ Bachstraßenviertel nicht gerecht werde. Der Planfeststellungsbeschluß, der diesen besonderen Status sehr wohl reflektiert, dürfe kein weiteres Mal unterlaufen werden.
Die einmalige Chance, hier nach fünf Jahrzehnten wieder ein Stück urbane Flußlandschaft individuell und nachhaltig ausprägen zu können, müsse in puncto Gestaltung und Finanzierung mit Engagement und Kreativität genutzt werden.
Über Verlauf und Ergebnisse der Beratungen wird demnächst ausführlich informiert. Heinz-Jürgen Böhme
Wassergärtner
Blühend und grünend beleben die beiden schwimmenden Gärten an der Otto-Schill-Straße vor der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig den Pleißemühlgraben. Viele Fußgänger verweilen dort und jedes Jahr finden sich auch einige Enten in den kleinen Oasen. Mit Hilfe von Sponsorengeldern konnten die schwimmenden Gärten 2003 und 2004 durch den Förderverein NEUE UFER Leipzig e.V. dauerhaft installiert werden. Doch jeder Garten braucht auch seine Pflege! Und damit ist nicht nur die jährliche Neubepflanzung gemeint, auch technisch müssen die schwimmenden Inseln selbst sowie ihre Befestigung mit Stahlseilen im Flussbett immer wieder geprüft und gewartet werden. Dafür steigen die Vorstandsmitglieder Joachim Krauskopf und Patrick Wiederanders mindestens zweimal im Jahr in ihre Gummihosen und dann in die kalten Fluten des Mühlgrabens.
Wir danken den beiden auf diesem Weg für ihr unermüdliches Engagement!
Pleißemühlgraben: Sachstand am Dittrichring
Im Frühjahr 2007 trafen sich auf Einladung des Fördervereins die Vertreter des damaligen Amtes für Umweltschutz und des Verkehrs- und Tiefbauamtes zu einer Problemdiskussion.
Die Gesamtsituation am Pleißemühlgraben (PMG) im Bereich Dittrichring ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei latente Gefahrenquellen existieren:
1. Die stark verschlissene Konstruktion der dortigen Fluss- abdeckung mit der konkreten Gefahr des Einbruchs.
2. Die Verringerung des hydraulischen Querschnittes mit nur ca. hälftigem Durchfluss im vorhandenen Fließgerinne gegenüber dem Bedarfsdurchfluss bei Hochwasserereignissen.
Beide Gefahrenquellen sind gleichrangig vorhanden, ohne dass eine zuverlässige Prognose gegeben werden kann. Im Fazit der Besprechung war die Schlussfolgerung zu ziehen, dass hier Provisorien fehl am Platze sind und nur eine gemeinsame Lösung für beide Elemente der Gefahrenabwehr sinnvoll und richtig ist. Im Rahmen einer Vorplanung sollte kurzfristig die optimale Lösung gefunden werden. Der Verein legte dabei größten Wert darauf, dass sie einer Offenlegung weder technisch noch finanziell im Wege stehen sollte.
Die inzwischen vorliegende Ratsvorlage hat zwar die Verkehrssicherung einer Offenlegung vorgezogen, doch wurde eine technische Lösung gefunden, die mit einer leicht zu entfernenden Verfüllung des Rückhaltebeckens verbunden ist. Damit sind gemäß den Vorschlägen des Vereins unverhältnismäßige Aufwendungen bei einer späteren Öffnung vermieden worden und es werden erforderliche Baubehelfe beim Abbruch der Deckenplatte und zur Sicherung der angrenzenden Bausubstanz eingespart. Weiter offen bleibt bis zur Öffnung des PMG die Hochwasserabwehr, da lediglich knapp 4 statt 8 (geöffneter PMG) bzw.15 bis 20 m³/s (Hochwasserfall) Durchfluss bleibt. Finanziell soll das Vorhaben „Öffnung des PMG“ ab 2009 in den Haushalt eingestellt werden. Der Baubeginn ist inzwischen nicht vor 2012 zu erwarten. Es wird Aufgabe des Vereins sein, den Planungsbeginn 2009 und den kontinuierlichen Fortgang in den Folgejahren zu beobachten und sich aktiv einzubringen. Die Erfüllung des Ratsbeschlusses zur Öffnung des PMG bleibt weiter als Forderung und Vereinsziel bestehen. Dr. Jochen Wünscher
Pleißemühlgraben: Sachstand am Dittrichring
Ausstellung „Wasser in Leipzig“
Unsere Ausstellung wird vom 4. Februar bis 12. März 2009 im Foyer des Hauses der Industrie- und Handelskammer sowie vom 16. März bis 23. April 2009 im Markkleeberger Rathaus zu sehen sein! Zu den Eröffnungen an den jeweils ersten Tagen laden wir Sie schon jetzt herzlich ein! Die genauen Zeiten geben wir am Anfang des neuen Jahres bekannt.
Städtebauliches und landschaftsplanerisches
Gutachterverfahren Hafen Leipzig-Lindenau
Der Ausbau des touristisch nutzbaren Wasserwegenetzes erfährt in den nächsten Jahren im Leipziger Westen einen großen Schub. Der Verein Wasserstadt e.V. hat erfolgreich die Realisierung des Durchstiches vom Karl-Heine-Kanal zum Leipziger Hafen initiieren können (Entwurf: Landschaftsarchitekten Häfner/ Jimenez, Berlin, im März 2008 siegreich). Dieser Dynamik konnte sich die Stadtverwaltung nicht verschließen, so dass im III. Quartal ein weiteres Verfahren zur Gestaltung des Hafenareals und der umliegenden Grünbereich durchgeführt wurde. Weil die Aufgabenstellung sehr weit gefasst war, kam es zu unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen der vier beteiligten Büros. Im Ergebnis sollen aus jedem Konzept realisierbare Ansätze weiter verfolgt werden. Ob die markanten Speicher jedoch schon bald Nachbarn bekommen oder selbst eine andere Nutzung erfahren, bleibt offen. Dirk Seelemann
Anmerkung der Redaktion: Der Autor Dirk Seelemann begleitete als Jurymitglied das Auswahlverfahren zum Lindenauer Hafen.
Die Heilige Barbara auf dem Zwenkauer See
Auf dem künftig größten See des Leipziger Südraums kreuzt seit Mitte Juli 2008 das nach der Schutzheiligen der Bergleute getaufte Fahrgastschiff „Santa Barbara“. Das mit Sondergenehmigung fahrende Schiff ist 26,80 m lang, 4,85 m breit und kann 150 Personen befördern. Bemerkenswert ist, dass es an einem provisorischen Steg anlegt, der dem steigenden Wasserstand angepasst werden muss, da noch ca. 25 m bis zum Endpegel fehlen. Die eindrucksvollen Fahrten, die an den sich auftürmenden, später überfluteten Tagebauhalden vorbei führen, finden täglich außer montags statt. (www.ms-santa-barbara.de)
Der Zwenkauer See wird 2013 eine Wasserfläche von 9,70 km² bei einer max. Tiefe von 48 m aufweisen. Der Hafen befindet sich zur Zeit im Bau. Für die Erschließung des maritim-touristischen Gewerbegebietes Seebad Zwenkau wurden Ende November 2008 fast fünf Millionen Euro Fördermittel von der Landesdirektion Leipzig zur Verfügung gestellt. Wa.
UNSERE AKTUELLE PUBLIKATION NEUE UFER NR. 8 BIETET INFORMATIONEN ZU DEN MÜHLGRÄBEN UND ZUR PARTHE SOWIE KULTUR-HISTORISCHE BEITRÄGE U.A. ZUR ANGERMÜHLE.