ÖFFNUNG PLEISSEMÜHLGRABEN IN LEIPZIG ZWISCHEN SIMSON- UND LAMPESTRASSE
von Patrick Wiederanders
Gegenwart
Mit der Verrohrung des Pleißemühlgrabens wurde in der Simson- und Lampestraße ein einzigartiges städtebauliches Ensemble zerstört.
Die Besonderheit dieses Areals war das Doppelstraßensystem mit dem in Mittellage verlaufenden Fluss und der beidseitigen detailreichen und inzwischen sorgfältig rekonstruierten Fassadenfront.
Abgerundet wurde das Ensemble von einer beidseitig flussbegleitenden Baumallee.
Die Brücken im Zuge der Straßenquerung, im Süden die Robert-Schumann-Brücke, im Norden die Mozartbrücke und in der Mitte die Haydnbrücke, ergänzten diesen Stadtraum zu einem harmonischen Ganzen.
Während die Gebäude in den zurückliegenden anderthalb Jahren komplett und sehr hochwertig saniert wurden, steht die Qualität des öffentlichen Raumes in starker Diskrepanz hierzu. Nicht nur der Zustand der öffentlichen Verkehrsflächen ist untragbar schlecht. Auch die ehemals prächtige Baumallee besteht nur noch aus vereinzelten überalterten und kranken Bäumen.
Das Flussgrundstück in Mittellage wird zudem auf einem großen Teilstück durch wild parkende Fahrzeuge besetzt.
Während die Gebäude in den zurückliegenden anderthalb Jahren komplett und sehr hochwertig saniert wurden, steht die Qualität des öffentlichen Raumes in starker Diskrepanz hierzu.
Nicht nur der Zustand der öffentlichen Verkehrsflächen ist untragbar schlecht. Auch die ehemals prächtige Baumallee besteht nur noch aus vereinzelten überalterten und kranken Bäumen.
Das Flussgrundstück in Mittellage wird zudem auf einem großen Teilstück durch wild parkende Fahrzeuge besetzt.
Auf den verrohrten Fluss weisen nur ein von Leipzig aufgestellter Informationsträger sowie Spuren des alten Geländers auf den Granitabdeckungen der Ufermauern hin.
Das Projekt
Zum Komplex der Freilegung des ca. 340 m langen Abschnittes des Pleißemühlgrabens gehören der Bau von zwei Brücken und einem Fußgängersteg, der Ausbau der begleitenden Straßenzüge und Fußwege, Begrünungsmaßnahmen und Baumpflanzungen sowie Leitungsumverlegungen der Fernwärme und anderer Versorgungsleistungen.
Nach ersten Grobkostenschätzungen sind dafür insgesamt etwa 6 – 8 Mio. € zu veranschlagen. Der Anteil für die Öffnung des Pleißemühlgrabens wird bei ca. 4 Mio. € liegen.
Da die Gesamtkosten sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammensetzen und die Stadt eine Komplettfinanzierung nicht übernehmen kann, müssen dafür Quellen über staatliche Förderprogramme, Stiftungen, Geldgeber im privaten Bereich und Eigentümer der Häuser in der Simson-und Lampestraße erschlossen werden.
Typologie/ Gestaltung
Zielstellung bei dem Abschnitt Simson- und Lampestraße ist demnach die weitgehende Wiederherstellung der ursprünglichen Flusssituation nach denkmalpflegerischen Kriterien, um den geschlossenen Gesamtcharakter des Ensembles wieder erlebbar zu machen. Dies beinhaltet die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Ufermauern, Ufertreppen, Brücken, Ufer- und Brückengeländer sowie den Ausbau der Straßen und Gehwege in ihrer historischen Struktur.
Ausgestaltungsdetails sind u.a. die Beleuchtung mit Schinkelleuchten, die Wiederbepflanzung der uferbegleitenden Baumreihe mit Robinien sowie die Neupflasterung der Straßen unter Änderung des Parkregimes.
Dieses strukturelle Leitbild ist jedoch nicht dogmatisch aufzufassen. Die akzentuierende Verwendung neuer bzw. neu interpretierter Objekte oder Details können dem harmonischen Ensemble spannungsreiche Facetten verleihen.
(Exzerpt aus dem Faltblatt März 2006)