EINLEITER UND NUTZER
Einen Überblick über die derzeitige Nutzung der Pleiße als Vorfluter und Brauchwasserlieferant sowie ihre Verflechtung mit den Flußgebieten der Freiberger Mulde und der Weißen Elster gibt die nebenstehende Abbildung.
Die kurz oberhalb der Landesgrenze gelegene Talsperre Windischleuba repräsentiert dabei die Belastung des oberen Einzugsgebietes mit Trübstoffen, Phosphor und Stickstoff. Sie wirkt sich durch den Eintrag von Stoffen und Biomasse (vor allem Algen) gravierend auf den Unterlauf aus (HP LEIPZIG, 1997) und wurde deshalb als Ausgangspunkt für die Darstellung gewählt.
Neben dieser Vorbelastung werden auch im Regierungsbezirk Leipzig kommunale Abwässer aus den kürzlich ertüchtigten bzw. neu gebauten biologischen Kläranlagen Thräna, Regis und Deutzen, über die Nebenflüsse Wyhra bzw. Eula und Gösel sowie über den Floßgraben aus der Kläranlage Markkleeberg in die Pleiße eingeleitet. Unterhalb des Trachenauer Wehres, über die Gösel und über die unterhalb des AGRA-Wehrs einbindende Markkleeberger Kleine Pleiße gelangen Sümpfungswässer aus den Tagebauen Witznitz und Espenhain in den Fluß. Aufgrund des angespannten Wasserhaushalts der Pleiße wurde bereits vor Jahrzehnten eine Überleitung von Wasser aus der Freiberger Mulde (über die EuIa und den Speicher Witznitz) sowie aus der Weißen Elster (Brauchwasserentnahme des lndustriekomplexes Böhlen, Ableitung zur Pleiße über die Faule Pfütze) erforderlich, um die Wasserversorgung der dort ansässigen Industriebetriebe zu sichern. Aus gleichem Grund wurde auch der Stausee Rötha angelegt, der über einen Zuflußkanal sein Wasser aus der Pleiße bezieht. Ein Nebenarm der Pleiße, die Mühlpleiße, dient der Kühlwasserversorgung für das Heizkraftwerk (HKW) Süd in Leipzig. In den letzten Jahren wurde zur Wiedervernässung des südlichen Leipziger Auwaldes Wasser aus der Weißen Elster in den Grenzgraben geführt, de über den Floßgraben ebenfalls zur Pleiße entwässert.