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Projekt zur Freilegung von Pleiße- und Elstermühlgraben in Leipzig


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ZU BOOT NACH RÖTHA?
ÜBERLEGUNGEN ZU EINEM GEWÄSSERVERBUND IM SÜDRAUM LEIPZIG

von Niels Gormsen | NEUE UFER, HEFT 5/1997, S.72 u. 73

Vor dem Abbau der Braunkohle war der Auenwald außer von Weißer Elster und Pleiße von vielen kleinen Wasserläufen durchzogen, wie dem Floßgraben und dem Grenzgraben (die es an der Grenze zu Markkleeberg noch immer bzw. wieder gibt) und vielen mehr. Sie fielen wie der Wald selbst den Baggern zum Opfer. Die neu entstehende Landschaft wird in einigen Jahren von 15 Seen mit Wasserfläche geprägt sein. Von diesen wird der Cospudener See mit 418 ha der erste, aber nicht der größte sein. Er wird über den Floßgraben mit der Pleiße verbunden werden, die von Rötha/Böhlen her kommt. Da die Wasserqualität der Pleiße und der Weißen Elster erheblich besser geworden ist, kann ernsthaft an einen Bootsverkehr auf den Gewässern südlich von Leipzig gedacht werden.



Schema des Fließgewässernetzes im Gewässerverbund Leipzig-Südraumregion

Schema des Fließgewässernetzes im Gewässerverbund Leipzig-Südraumregion

Nachdem Bootsverkehr innerhalb der Stadt auf der Weißen Elster in kleinem Umfang wiederaufgenommen wurde, soll auch der geöffnete Pleißemühlgraben, wo immer möglich, schiffbar gemacht werden. Dabei ist das größte Problem die lichte Durchfahrtshöhe unter den Brücken. Später soll man mit Booten bis in die neue Seenplatte fahren können. Dazu gibt es bereits mehrere Studien und Untersuchungen. Der Sächsische Kanuverband e.V. hat im Sommer 1997 seine Vorstellungen zur Nutzung der im Südraum entstehenden Gewässer für den Kanuwandersport formuliert und konkrete Vorstellungen für die Verbindung der Seen untereinander und zu Elster bzw. Pleiße vorgelegt.

Seit November 1997 liegt eine Machbarkeitsstudie für die wassersportliche Nutzung der Fließgewässer auf Leipziger Gemarkung vor, erarbeitet von Gabriele Standfuß im Auftrag der Aufbauwerk Regierungsbezirk Leipzig GmbH. Sie kommt zu dem Ergebnis, daß die vorhandenen Gewässer meist ohne allzu großen Aufwand für das Kanuwandern ausgebaut werden können, während für den Verkehr mit größeren Booten (evtl. auch mit solargespeistem Elektroantrieb) der Einbau von Schleu-sen erforderlich wird. Im einzelnen kommt sie zu folgenden Ergebnissen für kurzfristige Realisierung:

* Die Weiße Elster kann ohne großen Aufwand auf ca. 7 km für den Bootsverkehr bis nach Knauthain geöffnet werden. Auf dieser Strecke grenzen schon heute viele Wassersportvereine an den Fluß, und es gibt bereits mehrere Gaststätten mit Wasseranschluß sowie den Bootsverleih Herold.
* Das Elsterflutbett zwischen Abzweig aus der Weißen Elster über Einmündung Pleiße bis zum Elsterwehr kann schon heute mit Booten befahren werden. Es bedarf nur kleiner Verbesserungen wie Beräumung der Uferbereiche, Bau von Steganlagen und Orientierung vorhandener Gaststätten zum Fluß. Mit einer Bootsschleppe (später Schleuse) an der Wehranlage Elstergrund entsteht ein ca. 12km langer Kurs "Rund um Schleußig".
* Teilabschnitte der Pleiße zwischen dem Connewitzer und dem Markkleeberger Wehr (ca. 6 km) können ebenfalls für den Bootsverkehr geöffnet werden, wenn eine Minimalentschlammung und Beräumung einiger Bäume erfolgen. Die Wehre Connewitz und Markkleeberg müssen gesichert und mit Bootsschleppen (später Schleusen) überwindbar gemacht werden. Mittel- und langfristige Maßnahmen:
* Floßgraben als Verbindung von der Pleiße in den Cospudener See (zugleich Auslauf des Sees): Geringes Wasserangebot bei Trockenheit müßte im Zusammenhang mit der Flutung des Sees behoben werden, und zwar bis zur EXPO 2000 zusammen mit dem Ausbau des Abschnitts Kirschallee in Markkleeberg; Ausbaumaßnahmen sind auch erforderlich zwischen S-Bahn und Kirschallee. Mit den Naturschutzbehöden ist eine generelle Abstimmungüber die wassersportliche Nutzung des Floß-grabens herbeizuführen.
* Mühlpleiße in Markkleeberg (durchfließt Agra-Park): Auch hier saisonabhängig geringes Wasserangebot; viele technische Hindernisse, wie Apitzschsteg, Kraftwerk Connewitz, Dölitzer Mühle, Wehranlage Markkleeberg, müssen durch Baumaßnahmen beseitigt werden; weitere Maßnahmen, wie Entschlam-mung, Uferbefestigung, Ausbau, werden erforderlich, auch Bau von Staustufen und Umtragestationen, später Schleusen. Die Eigentumsverhältnisse der Ufer können zu Problemen führen.
* Kleine Pleiße in Markkleeberg als Verbindung von der Pleiße zum Markkleeberger See; hier ergeben sich ähnliche Probleme und Maßnahmen wie an der Mühlpleiße.

Da der Markkleeberger und der südlich anschließende Störmthaler See erst ab dem Jahr 2013 geflutet sein werden, stehen also ca. 15 Jahre zur Realisierung zur Verfügung. Wichtig ist, daß bei allen anstehenden Maßnahmen an den Fließgewässern und Seen in den nächsten Jahren auf die künftige Bootsnutzung geachtet wird und man rechtzeitig die Finanzierung vorbereitet, eine Aufgabe der Kommunen in Abstimmung mit den jeweils zuständigen Wasser- und Gewässerbehörden.
Auf mittlere oder längere Sicht bestehen reale Chancen, vom Leipziger Stadtzentrum per Boot in Nachbarstädte zu fahren:

* nach Böhlen und Rötha über die Pleiße (später nach Borna, wenn die Vorschläge des Kanuverbands realisiert werden!)
* nach Zwenkau entweder über die Weiße Elster und die vorgesehene Gewässerverbindung zum künftigen Zwenkauer See (geflutet ab 2015) oder über Pleiße, Floßgraben, Cospudener See, Gewässerverbund zum Zwenkauer See
* nach Markkleeberg-Süd, Auenhain, Güldengossa, Störmthal und Dreiskau-Muckern mit dem dort geplanten Wassersportzentrum Gruna über Pleiße, Kleine Pleiße, Markkleeberger See, Gewässerverbund zum Störmthaler See.

Zu Boot nach Rötha - also eine reale Utopie! Verfolgen wir sie!

 

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