Förderverein Neue Ufer e.V. Leipzig - Projekt zur Freilegung von Pleiße- und Elstermühlgraben in Leipzig || www.neue-ufer.de

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Projekt zur Freilegung von Pleiße- und Elstermühlgraben in Leipzig


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Karl-Heine-Kanal

Die Pläne, von Leipzig aus einen Kanal zur Mulde oder Elbe anzulegen, reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Karl Heine griff um 1850 erneut die Idee auf, eine künstliche Wasserstraße mit Verbindung zur Elbe zu erstellen. Es standen drei Projekte zur Wahl:

1. Leipzig/Plagwitz - Kreypau
2. Leipzig - Wallwitzhafen
3. Möckern/Elstertal - Beesen/Saale.

Günstig erschien das erste Projekt, da es mit 20 km die kürzeste Kanalstrecke darstellte und die wenigsten Schleu-sen enthielt. Als Horizontalkanal geplant, war nur eine Hebung bei Kreypau mit einer zu überwindenden Höhe von 20,70 m erforderlich. Bei der Projektierung nahm man von einer Schleusentreppe Abstand und sah ein Schiffhebewerk vor, wie man es schon aus Schottland, Frankreich und Belgien kannte. Der Vorteil besteht im sparsamen Wasserverbrauch, da ein Hebewerk aus der oberen Haltung fast kein Wasser benötigt. Außerdem erwies sich ein Hebewerk im Bau und in der Unterhaltung billiger als eine Schleusentreppe. Der Hubvorgang hätte einschließlich Ein- und Ausfahrt nur einige Minuten gedauert, beim Schleusen über Treppen Stunden. Die veranschlagten Baukosten des Kanals betrugen rund 5 Millionen Mark. Als Hafen war anfangs das Gelände an den Frankfurter Wiesen vorgesehen.

Da das Projekt von der Stadtverwaltung keine Anerkennung fand, hatte Heine mit großen Schwierigkeiten und finanziellen Nöten zu kämpfen. So kam es 1880/81 zur Gründung des Elster-Saale-Canalvereins durch führende Leipziger Industrielle. 1888 stellte der Vorstand des Vereins das Gesuch an den Staat, den Kanalbau auf Staatskosten durchführen zu lassen. Im Ablehnungsfalle stellte man die Bildung einer AG oder Genossenschaft in Aussicht. Noch zu Heines Zeiten (er starb 1888) wurde die Hafenanlage in Lindenau vorgesehen. Zur Durchführung der Vorarbeiten zum Hafenbau wurde 1887 die Westendbaugesellschaft AG gegründet. Diese baute auf dem zukünftigen Hafengelände die dort anstehenden Sande und Kiese ab und finanzierte damit den Kanalbau. Bis 1896 enstanden aus privaten Mitteln von der Elstereinbindung (an der Nonnenstraße) bis zur Luisenbrücke (Lützner Straße) die ersten drei schiffbaren Kanalkilometer. Diese Strecke war die schwierigste. Hier stand das älteste Gestein (Grauwacke) an, wobei Ausschachtungen von 12-16 m Tiefe ausgeführt werden mußten.

Der Kanal hat eine Wassertiefe von 2,5 m und ist für den Transport von 600 t-Schiffe noch geeignet. Die gesamte Wasserstraße, die Karl Heine vom Schreberbad an schiffbar gemacht hatte, betrug 7 km (GREBENSTEIN Dep. 38). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stagnierte der Kanalbau. Es fehlte die Entscheidung für die Trassenführung des Mittellandkanals. Dann setzte der erste Weltkrieg allem ein Ende.

 

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