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Projekt zur Freilegung von Pleiße- und Elstermühlgraben in Leipzig


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ENTWICKLUNG DER WASSERBESCHAFFENHEIT IM LANGJÄHRIGEN VERGLEICH
Kaum ein anderes der Gewässer im Regierungsbezirk Leipzig stand und steht so im Mittelpunkt der Öffentlichkeit wie die Pleiße. Die Sorge um diesen Fluß war und ist berechtigt.

Bereits bei den mittleren Jahresdurchflüssen fallen Unterschiede zu anderen Fließgewässern auf, da nicht die Trockenjahre um 1990 das Bild prägen, sondern 1993 der niedrigste Abflußwert auftritt. Neben der allgemeinen hydrologischen Situation wirkt sich hier aus, daß 1993 und 1994 keine Überleitung von Muldewasser ins Pleiße-Gebiet erfolgte.

Der mittlere Sauerstoffgehalt nahm am Pegel Markkleeberg bis 1990 ständig ab, die Minima erreichten mit Werten unter 3 mg/I Bereiche, in denen selbst anspruchsloseren Fischen wenig Lebenschancen blieben. Ab 1992 trat hier - bedingt durch den starken Rückgang von Industrieeinleitungen - eine merkliche Verbesserung ein. Die Stillegung kohle- und erdölverarbeitender Betriebe ermöglichte 1991 einen drastischen Belastungsrückgang bei NH4-N ." Fischkritische" Konzentrationen von 3-4 mg/l treten aber nach wie vor auf.

Der Verlauf von Leitfähigkeit, Chlorid- und Sulfatgehalt wird ebenfalls vom Rückgang der lndustrieeinleitungen geprägt, aber offensichtlich auch durch die Tagebauwässer und die Muldewasserüberleitung beeinflußt. Beide unterlagen im Untersuchungszeitraum großen Schwankungen.

Die starke Beanspruchung des Sauerstoffhaushaltes der Pleiße bis Anfang der neunziger Jahre zeigen auch die Nitratwerte. Beim Pflanzennährstoff Phosphor ist nach dem Wegfall der Tagebauwässer mit einem drastischen Anstieg zu rechnen. Die bisher durch die eisenhaltigen Sümpfungswässer verursachte P-Fällung muß dann durch gezielte P-Eliminierung in den kommunalen Kläranlagen ersetzt werden. Andernfalls dürfte es zu einer massiven Vermehrung von Algen und/oder höheren Wasserpflanzen mit allen Folgen für Gewässerökosystem und Nutzungen kommen.

Erwähnenswert ist der Rückgang der Phenole in der Pleiße mit der Inbetriebnahme der biologischen Reinigungsstufe in der Kläranlage Espenhain 1988. Wurden 1987 maximal 1,1 mg/l wasserdampfflüchtige Phenole (Jahresmittel 0,15 mg/l) gemessen, so verringerte sich die Konzentration ständig. Nachdem 1992 noch Spitzenwerte von 0,075 mg/I auftraten, liegen sie 1997 unter der Nachweisgrenze von 0,006 mg/l

 

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