Förderverein Neue Ufer e.V. Leipzig - Projekt zur Freilegung von Pleiße- und Elstermühlgraben in Leipzig || www.neue-ufer.de

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Projekt zur Freilegung von Pleiße- und Elstermühlgraben in Leipzig


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DIE ANFÄNGE DER BESIEDLUNG

Selbst für so einen kleinen Fluß wie die Pleiße gilt, daß er eine entscheidende Grundlage menschlicher Existenz war. Gemeinsam mit anderen Faktoren, so den Bodenverhältnissen und dem Klima, ermöglichte er das Überleben und schuf jenen Raum, in dem sich Geschichte abspielen konnte. Schon die prähistorischen Menschen folgten den Flüssen. Hier fanden sie Trinkwasser, jagdbares Wild, Fische, Früchte und Holz. Die weniger dicht bewaldeten Flußauen erleichterten die Orientierung und das Vorankommen. Einen Einfluß auf die Entwicklung der Landschaft hatte die menschliche Anwesenheit zunächst nicht. Nach der "agrarischen Revolution", dem Übergang zu Ackerbau und Viehzucht, änderte sich das. Vor etwa 6.500 Jahren drang eine bäuerliche Bevölkerung in das untere und mittlere Pleißegebiet vor. Im Gegensatz zu den Jägern und Sammlern errichteten die Neuankömmlinge dorfartige Siedlungen und begannen die Landschaft bewußt zu nutzen. Die Terrassenufer der Pleiße und ihrer Nebenflüsse boten dafür günstige Voraussetzungen. Zu ihnen gehörten - neben den bereits erwähnten Bedingungen - der Schutz vor Hochwasser, leicht zu bearbeitende Böden, ein ausreichendes Nahrungsangebot für Haustiere sowie gute Lagen für die Verteidigung. Während in der Aue Viehwirtschaft betrieben wurde (Waldweide), eignete sich der etwas höher gelegene Lößboden für den Ackerbau. Umfangreiche Rodungen führten zu Veränderungen der Bodenverhältnisse (Aulehmbildung) und des Reliefs. Das Rodungsland wurde ausgeschwemmt und mit dem Wasser in die Flüsse gespült. Die Flüsse wiederum setzten das Sediment in den Tälern ab. Da die Rodungen nach Dauer und Intensität ungleich verliefen, gab es in diesem Prozeß mehrere Phasen. Auch die Siedlungsentwicklung verlief in Schüben, unterbrochen von Rückschlägen. Das lag u.a. an den starken Schwankungen der prähistorischen Klimawerte. In der Bronzezeit (ab 1800 v.u.Z.), die mit einer sehr langen und intensiven Trockenperiode sowie einem Rückgang des Wasserstands einherging, konnten selbst in der eigentlichen Flußaue Dörfer angelegt werden. Der Bedarf an natürlichen Rohstoffen (Holz, Ton, Lehm, Sand) für den Hausbau und die Metall- und Keramikherstellung nahm zu. Durch Ackerbauflächen und Siedlungen, Vorrats- und Arbeitsplätze, Grabstätten und Einhegungen kam es zu Eingriffen in den Naturraum. In Rötha(-Geschwitz) sind auf mehr als 20.000 Quadratmetern über 900 bronzezeitliche Siedlungsgruben untersucht worden, die sich vor allem am Rand der Uferterrasse erstrecken. Gleichzeitig mit den Siedlungen entstanden die ersten uns an der Pleiße überlieferten Befestigungsanlagen (Paditzer Schanze).

 

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