Förderverein Neue Ufer e.V. Leipzig - Projekt zur Freilegung von Pleiße- und Elstermühlgraben in Leipzig || www.neue-ufer.de

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Projekt zur Freilegung von Pleiße- und Elstermühlgraben in Leipzig


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DIE FLUSSBAUTEN

An den Ufern der Pleiße wurden zahlreiche Flußbauten errichtet. Häufig konzentrierten sich mehrere von ihnen an einem Ort. So befanden sich an den Mühlen in der Regel auch Brücken oder Stege. Besonders ausgeprägt war die Zusammenfassung den Flußbauten im Umfeld der Städte. An der Leipziger Nonnenmühle lagen nicht nur die Rote und die Schwarze Wasserkunst, sondern auch die Badeanstalt und die Pferdeschwemme. Die Tatsache, daß die dem Aulehm untergelagerten Kiese und Sande ein guter Grundwasserträger sind, führte zum Bau von Wasserwerken. Seit dem ausgehenden Mittelalter dienten sie der Versorgung der Stadtbewohner mit Trinkwasser. In den Leipziger Wasserkünsten wurden Grund- und Flußwasser gemischt und über ein hölzernes, später eisernes Röhrensystem in die Stadt geleitet.

Zu den wichtigsten Flußbauten gehörten die Brücken. Ihre Bedeutung ging weit über die eigentliche Funktion hinaus. Hier verdichtete sich der Verkehr, konnten Verbindungen hergestellt und Kontakte geknüpft werden. Brücken waren Kristallisationspunkte für die geistigen und religiösen Regungen der Menschen. Sie galten als Werk der Nächstenliebe, erweckten abergläubische Vorstellungen und fanden als Richtstätte Verwendung. Hinrichtungen durch Säcken sind für Crimmitschau und Leipzig nachgewiesen. Im Unterschied zu den großen Strömen war die Durchquerung der Pleiße an flachen Abschnitten möglich. In den Waldhufendörfern des Oberlaufs gab es stets mehr als nur eine Furt. Im unteren Flußbereich sorgte die Verteilung des Wassers auf verschiedene Arme für die Passierbarkeit des Flusses. Die ersten Brücken entstanden in und bei den Städten. Auf dem Lande existierten bis ins 19. Jahrhundert ausschließlich Stege. Selbst der so wichtige Pleißenübergang bei Windischleuba (Dresdner Heer- und Handelsstraße/Peter-Paul-Straße) erhielt erst 1829/30 eine durch den Fahrverkehr zu nutzende Holzbrücke. Von herausragender Bedeutung für die Entwicklung der gesamten Region war der Bau der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn. Er folgte über weite Strecken dem Fluß und seinen in der Eiszeit entstanden Schotterterrassen. Als Nullpunkt für die Vermessung der Strecke galt der Pleißespiegel bei Connewitz. Die einzelnen Abschnitte wurden kurz hintereinander fertiggestellt (1842 bis 1846) und wenige Jahre später durch Querverbindungen ergänzt. Mehrere beeindruckende Viadukte (Römertalbrücke) gehören seitdem zum Bild der Flußlandschaft. Auch das Straßensystem erhielt um diese Zeit einen moderneren Zuschnitt. Die alten Fernhandelsstraßen avancierten nach Umbau und Befestigung zu Staatsstraßen; die Chaussee- und Brückengelder entfielen.

 

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